Der Grund deines DaSeins

von Autor

Damals in Ägypten haben viele von uns es nicht geschafft. Zu groß waren die Versuchungen menschlicher Genüsse. Und du hast gesehen, was kommen wird. Du hast deine Zukunft gesehen und die der Menschheit. Du hast nicht alles erfassen können. Deine eigene Zukunft lag wie im Nebel verschwommen vor dir. Du standest zu dicht an ihr dran. Nichtsdestotrotz wusstest du, was sein wird. Während der heiligen Einweihungszeremonie lagst du da. Im Tempel, eingesperrt in deinem Körper bei vollem Bewusstsein. Deine Augen geschlossen, dein Körper verhüllt. Deine Seele und dein Sein scheinbar gefangen in diesem winzigen Körper. Dort begann deine Einweihung.
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Damals in Ägypten haben viele von uns es nicht geschafft. Zu groß waren die Versuchungen menschlicher Genüsse. Und du hast gesehen, was kommen wird. Du hast deine Zukunft gesehen und die der Menschheit. Du hast nicht alles erfassen können. Deine eigene Zukunft lag wie im Nebel verschwommen vor dir. Du standest zu dicht an ihr dran. Nichtsdestotrotz wusstest du, was sein wird.

Während der heiligen Einweihungszeremonie lagst du da. Im Tempel, eingesperrt in deinem Körper bei vollem Bewusstsein. Deine Augen geschlossen, dein Körper verhüllt. Deine Seele und dein Sein scheinbar gefangen in diesem winzigen Körper.

Dort begann deine Einweihung.

Du glaubtest, du seist allein. Du glaubtest alle hätten dich verlassen. Doch dem war nicht so. Alle waren bei dir. Alle. Jede und jeder Einzelne von uns. Vor allem jedoch ER. Er, der große Vater, der alles sieht. Er saß auf seinem Thron, die Augen geschlossen und hat die Verbindung gehalten zu dir. Die ganze Zeit. War bei dir, hielt dir den Raum und glaubte an dich.

Doch du hast von all dem nichts mitbekommen. Du warst gefangen in der Dunkelheit. Die erste Stufe deiner Einweihung. Deine Aufgabe war es, die Identifikation mit der Dunkelheit in dir aufzugeben, sie sein zu lassen, loszulassen. Dich der Dunkelheit hinzugeben, um zu erfahren, dass du sie nicht bist. Du bist mehr als das.

Dann kam die zweite Stufe. Deine Gedanken rasten wie verrückt. Sie erzählten dir allerlei Märchengeschichten von Teufeln und Hölle und einem ewigen Gefängnis der Bestrafung und Verdammnis. Sie gaukelten dir das Spiel von Schuld und Sühne vor. Doch auch sie waren eine Illusion. Sie waren und sind das Produkt der niedrigsten Frequenzen deiner Schwingung. Höher als die Dunkelheit und tiefer als das Licht. Doch sie sind und waren nur eines: Pure, reine Illusion. Nichts. Du bist mehr als das. Du warst und bist alles. Diese Illusion hattest du zu erkennen, zu fühlen, dass du sie hinter dir lassen kannst.

Du lagst immer noch da im heiligen Einweihungstempel. Im Kreise von uns allen und im Schutz der Pyramide. Hast erkannt, dass die Dunkelheit eine Illusion ist, dass du viel mehr als Dunkelheit bist. Du liegst hier und fokussierst dich auf deine Atmung. Dein einziges und stärkstes Werkzeug, dass dir neben deinem messerscharfen Verstand hier bleibst. Du fokussierst dich. Atmest ein und aus, ein und aus. Irgendwann werden die Pausen zwischen den Atemzügen länger. Hier in diesem Spalt fühlst du sie. Die Ruhe. Die unendliche Weite und Ruhe deiner Seele. Du greifst an ihr wie an einem Strohhalm und hältst dich daran fest. Atmest weiter ein und aus und verlängerst dabei die Pause zwischen den Atemzügen. Die Dämonen deiner niederen Gedanken fangen an zu verblassen. Verformen sich und werden zu Nebel. Du hast die zweite Stufe deiner Einweihung vollendet. Du bist nicht deine Gedanken. Du hast sie. Aber du, du bist viel größer als das.

Du liegst hier und fokussierst dich auf deine Atmung. Dein einziges und stärkstes Werkzeug, dass dir neben deinem messerscharfen Verstand hier bleibst.

Schon geht die Reise weiter. Es folgt die dritte Stufe. Still und wie eingefroren liegst du da. Plötzlich spürst du all diese Berührungen. Die einen zart und leise, fast schon zärtlich. Die anderen grob und fest. Eines haben all diese Empfindungen gemeinsam: Sie bereiten dir unsägliche Schmerzen. Du willst schreien, dich wehren und kannst es nicht.

Bilder tauchen wie im Zeitraffer vor deinem inneren Auge auf. Du siehst Szenen und Geschichten von Körpern. Jedes mal sieht er anders aus und dennoch fühlst, nein weißt du, dieser Körper bist du. Auch der Mann an deiner Seite sieht jedes Mal anders aus, und dennoch siehst du an seinen Augen, dass es immer der gleiche ist.

‚Wie kann das sein?‘, fragst du dich. Willst schreien, toben und kannst nichts dergleichen.

Dir wird heiß. Ein unbändiger Strom an Energie strömt in deinen Körper hinein und schlängelt sich an deiner Wirbelsäule empor. Diese Energie ist so heiß und so stark, dass sie dich zu verbrennen droht.

Deine Wahrnehmung fängt an sich zu teilen. Du siehst diese Bilder, fühlst deine Schmerzen, erkennst, dass diese Energie all das was du hier an Schmerzen fühlst, möglich macht. Dass diese Energie verantwortlich ist für die Lust, die du beim Durchfühlen all dieser Formen von Berührungen spürst und deinen Körper in Aufruhr versetzt und du lieber sterben möchtest, damit all das hier und jetzt ein Ende hat.

Während deine Wahrnehmung sich beginnt zu teilen, erinnerst du dich, weshalb du hier liegst. Du erinnerst dich an deine Einweihungsprüfung hier im Tempel. Du erinnerst dich an all das, was sie dich gelehrt haben über den heiligen Strom der Lebensenergie und ihrer Funktion im menschlichen Körper. Du erinnerst dich an all das, was du in den Jahren vor deiner Zeit im Einweihungstempel außerhalb dieses geschützten Ortes beobachtet hast:

Du hast gesehen und gefühlt wie sehr die Menschensöhne sich mit ihren Körper identifizieren. Hast die Lust in ihren Augen gesehen. Hast sie beobachtet, gefühlt und hast seine Lippen, die zu diesen Augen gehören, selbst einmal gekostet, um anschließend die Tür zuzuschlagen, weil das was anschließend in deinem Körper geschah zu verwirrend für dich gewesen ist.

Nun liegst du hier im Tempel und wirst dir all dessen Gewahr.

Du bist ein Same, der zum Licht strebt. Niemals allein, sondern immer all-ein.

Dein Fokus verlagert sich wieder auf deine Atmung. Du atmest ein und wieder aus, fühlst den Spalt zwischen den Atemzügen und wirst ruhiger. Du atmest und während du atmest, fängt der Energiestrom, der bereits jetzt bis an den Rand unterhalb deines Herzens fließt, an zu sein. Die Nerven deines Körper beruhigen sich. Mit jedem Atemzug passen sie sich der Frequenz dieser Energie an und strömen in jede deiner Zellen hinein. Dieser Prozess geht so lange bis du erkennst: Du hast einen Körper, aber du bist er nicht. Du bist viel mehr als das.

Und abermals verblassen all die Bilder vor deinem inneren Auge. Dein Körper beruhigt sich und spürst zum allerersten Mal, dass du hier an diesem Ort nicht allein bist. Denn du siehst IHN. Nur für einen Augenblick siehst du, wie ER und wir alle da sind und dir den Raum halten, während du durch deine Prüfung gehst.

Doch schon ist dieser winzige Hauch wieder weg und dennoch hat er ein Samenkorn in dir hinterlassen. Eines, dass du ganz bald brauchen wirst.

Denn plötzlich wird es kalt um dich herum. Unsäglich kalt. Erneut siehst du vor deinem inneren Auge Bilder vor dir vorüber ziehen. Bilder von Kälte, weißem Pulver, das sich überall auf die Erde und diese seltsam aussehenden Gebäude legt, in denen Menschen leben.

Du siehst Bilder von einer Bettlerin, in Lumpen gehüllt hockt sie da und sammelt Holz für ein Feuer. Du kannst einen Blick auf ihre Augen erhaschen. Hinter all der Schwere siehst du einen Funken. Stolz und würde liegt dort drin, er erinnert dich an dich und du erkennst, du bist sie. Du und sie ihr seid eins. Die Szenen und Zeiten ändern sich. Das weiße Pulver kommt und geht mit den Gezeiten. Doch eines bleibt. Die Kälte und damit verbunden das Gefühl der Einsamkeit und des Alleinseins.

‚All-ein! Moment, da war doch was. All-ein? Was war das nochmal?‘

Doch du kannst es nicht greifen. Die Kälte ist so groß. Sie legt sich wie eine dicke Eisschicht um deinen noch kurze Augenblicke zuvor lodernden Energiestrom und droht deine Zellen wie dünnes Glas zerklirren zu lassen. Es wird immer kälter um dich herum und nun auch in dir. Du tust das einzige, was dir noch möglich ist: Du gibst auf. Gibst dich der Kälte hin.

In diesem Moment beruhigt sich dein System schlagartig. Du wirst ruhiger und spürst deine Atmung. Ein und aus, ein und aus und in den Pausen dazwischen siehst du die Augen der Frau, die da im Schnee Holz gesammelt hat. Du siehst ihren Blick. Ihren Stolz und ihre Würde und erkennst dich. Erkennst, weißt und fühlst, dass du selbst hier in deiner kältesten Stunde nicht allein bist. Dass du all-ein bist, das all das nur Erfahrungen sind, eine Illusion.

Du bist ein Same, der zum Licht strebt. Niemals allein, sondern immer all-ein und hast die vierte Stufe deiner Einweihung vollendet.

Fortsetzung folgt.

Jessica Josiger

Ich bin
Eine Frau.
Tochter. Mutter. Freundin.
Eine Liebende.
Licht der neuen Zeit. Geboren aus dem Alten.
Eine von Zweien.
Teil des All-EINen. EIN-SAMen, der zum Licht strebt.
Seelenbegleiterin. Spirituelle Nomadin. Ewige Seele, die vor zeitloser Zeit beschlossen hat, sich in ihrer vollkommenen Schönheit und Ganzheit zu erfahren.
Und, ich bin ein Mensch. Der hinfällt und wieder aufsteht. Der neu laufen lernt. Frei, verantwortungsvoll, mein mir bestimmtes Leben lebend. Der lernt neu zu fühlen. Sich neu zu fühlen. Seine Gaben, Wünsche, Werte.

Mein Name ist Jessica Josiger. Nach menschlichen Etiketten bin ich Diplom Pädagogin, Traumafachberaterin, Schamanin, zertifizierte Onlineberaterin und Offizier. Spirituelle Nomadin ist meine eingetragene Marke. Gebürtig stamme ich aus dem Erzgebirge und lebe mit meinen beiden Kindern in Flensburg. Mir wird nachgesagt, dass ich mit meinen Worten Fragen beantworte. Ich liebe meinen Beruf und bin dankbar ihn in der Weise ausüben zu dürfen.

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